Mehr Leistung von zu Hause? Die richtige Balance zählt

Was im Homeoffice zu beachten ist

Das Arbeiten im Homeoffice hat sich in vielen Betrieben etabliert – und Studien zeigen: Es kann die Produktivität deutlich steigern. Gleichzeitig gibt es Grenzen, die bei der Gestaltung von Arbeitsmodellen berücksichtigt werden müssen.

Zentrale Erkenntnisse aus der Studie

Eine Untersuchung des Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation gemeinsam mit der Techniker Krankenkasse kommt zu folgenden Ergebnissen:

  • Beschäftigte im Homeoffice arbeiten im Durchschnitt rund 20 % produktiver als im Büro.
  • Die Studie basiert auf Daten von etwa 11.000 Mitarbeitenden mit Sachbearbeitungs- und Kundenkontakt über einen Zeitraum von zwei Jahren.
  • Die Produktivität wurde anhand konkreter Arbeitsleistungen gemessen.

Produktivität ist mehr als Leistung

Wichtig für Interessenvertretungen:
Die kurzfristig messbare Produktivität ist nicht gleichzusetzen mit der Gesamtproduktivität.

Diese umfasst auch:

  • Zusammenarbeit im Team
  • Wissensaustausch
  • langfristige Arbeitszufriedenheit

Hier zeigt sich: Die Vorteile des Homeoffice fallen insgesamt weniger stark aus, wenn diese Faktoren einbezogen werden.

Die kritische Grenze: Zu viel Homeoffice kann schaden

Die Studie identifiziert eine klare Schwelle:

  • Ab etwa 60 % Homeoffice-Anteil sinkt die Produktivität wieder.

Gründe dafür sind:

  • weniger informeller Austausch
  • eingeschränkter Wissenstransfer
  • schwächerer Teamzusammenhalt

Diese sozialen Faktoren sind jedoch entscheidend, um produktiv arbeiten zu können – auch im Homeoffice.

Bedeutung für die Zufriedenheit

Ein zentrales Ergebnis:
Die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten, trägt erheblich zur Zufriedenheit der Beschäftigten bei.

Das spricht für flexible Arbeitsmodelle – allerdings nicht für eine vollständige Verlagerung ins Homeoffice.


Handlungsperspektiven für Interessenvertretungen

Für Betriebsräte und andere Interessenvertretungen ergeben sich daraus wichtige Ansatzpunkte:

1. Ausgewogene Regelungen fördern

  • Kombination aus Büro- und Homeoffice-Tagen (hybride Modelle)
  • Orientierung an der 60 %-Grenze als möglicher Richtwert

2. Teamarbeit bewusst sichern

  • feste Präsenztage für Austausch und Zusammenarbeit
  • Förderung informeller Kommunikation im Betrieb

3. Wissensaustausch organisieren

  • klare Strukturen für Informationsweitergabe
  • regelmäßige Meetings und Austauschformate

4. Zufriedenheit der Beschäftigten stärken

  • Mitbestimmung bei der Ausgestaltung von Homeoffice-Regelungen
  • Berücksichtigung individueller Bedürfnisse


Homeoffice kann die Produktivität deutlich steigern und die Zufriedenheit erhöhen.
Entscheidend ist jedoch eine ausgewogene Gestaltung:
Zu viel Homeoffice kann sich negativ auf Zusammenarbeit und langfristige Leistungsfähigkeit auswirken.

Interessenvertretungen spielen eine zentrale Rolle dabei, faire, gesunde und produktive Arbeitsmodelle mitzugestalten.

Hier gehts zur Studie.

Kurzfakten

Zielgruppen

  • Betriebsratsmitglieder
  • Personalratsmitglieder
  • Interessierte

Kategorie

Betriebsräte und Personalräte

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