Zusammenarbeit mit der JAV

Deine Rolle als Betriebsrat oder Personalrat

Wenn du im Betriebsrat oder Personalrat aktiv bist, gehört die Zusammenarbeit mit der Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) ganz selbstverständlich zu deiner Arbeit. Sie ist kein „Zusatz“, sondern Teil deiner gesetzlichen Aufgaben. Gleichzeitig ist sie eine große Chance: Die JAV bringt dir die Perspektive der jungen Beschäftigten näher, du sorgst dafür, dass daraus wirksame Interessenvertretung wird.

Warum die JAV für deine Arbeit so wichtig ist

Die JAV ist nah dran am Ausbildungsalltag und an den Themen junger Beschäftigter. Sie bekommt oft früh mit, wo es hakt, sei es bei der Ausbildungsqualität, bei Arbeitszeiten oder bei der Übernahme nach der Ausbildung.

Für dich bedeutet das:
Du erhältst Hinweise, die du sonst vielleicht gar nicht oder erst sehr spät bekommen würdest.

Gleichzeitig gilt:
Die JAV kann ihre Anliegen nicht direkt gegenüber dem Arbeitgeber durchsetzen. Dafür braucht sie dich.

Deine Verantwortung in der Zusammenarbeit

Die gesetzlichen Grundlagen, insbesondere das Betriebsverfassungsgesetz und im öffentlichen Dienst das Thüringer Personalvertretungsgesetz bzw. das Bundespersonalvertretungsgesetz, geben dir dabei eine klare Rolle:

Du bist die Stelle, über die die Anliegen der JAV in die Mitbestimmung kommen.

Das heißt ganz praktisch:

  • Du nimmst Themen auf
  • Du berätst sie im Gremium
  • Du vertrittst sie gegenüber dem Arbeitgeber

Ohne deine Beteiligung bleiben viele Anliegen der JAV wirkungslos.

Was gute Zusammenarbeit konkret bedeutet

Die JAV gehört mit an den Tisch

Die JAV ist bei deiner Arbeit nicht außen vor. Du bist verpflichtet, sie einzubeziehen:

  • Sie wird zu allen Sitzungen eingeladen (ein Vertreter/eine Vertreterin)
  • Alle ordentlichen JAV-Mitglieder werden zu Sitzungen eingeladen, wenn es um Themen bzw. um ein Thema der jungen Beschäftigten geht, bei denen eine Abstimmung erfolgt
  • Sie nimmt an Besprechungen mit dem Arbeitgeber teil, wenn es um junge Beschäftigte geht

Das ist mehr als eine Formalität. Es geht darum, dass die JAV ihre Sicht einbringen kann, genau dort, wo Entscheidungen vorbereitet werden.

Information ist keine Kür, sondern Pflicht

Damit die JAV ihre Aufgaben erfüllen kann, braucht sie Informationen. Und die bekommt sie über dich.

Das bedeutet für deinen Arbeitsalltag:

  • Du informierst rechtzeitig, nicht erst im Nachhinein
  • Du gibst relevante Themen aktiv weiter
  • Du sorgst für Transparenz im Verfahren

Wenn die JAV gezielt Unterlagen braucht, stellst du diese zur Verfügung, vorausgesetzt, sie werden für die Arbeit benötigt.

Eine offene Informationskultur ist hier entscheidend. Sie schafft Vertrauen und verhindert Missverständnisse.

Anträge der JAV ernst nehmen

Die JAV kann sich mit konkreten Vorschlägen und Forderungen an dich wenden.

Deine Aufgabe ist es dann:

  • die Themen aufzunehmen
  • sie im Gremium zu beraten
  • eine Entscheidung zu treffen

Du musst nicht jedem Vorschlag folgen. Aber du musst dich damit befassen und nachvollziehbar entscheiden.

Wenn es kritisch wird: Aussetzung von Beschlüssen

Ein Punkt, der oft unterschätzt wird:

Die JAV kann unter bestimmten Voraussetzungen Beschlüsse des Betriebsrats aussetzen, wenn die Interessen junger Beschäftigter betroffen sind.

Für dich heißt das:

  • Du musst dich erneut mit dem Thema beschäftigen
  • Du kannst die Entscheidung nicht einfach „durchziehen“
  • Die Perspektive der JAV bekommt zusätzliches Gewicht

Das zeigt, wie ernst der Gesetzgeber die Beteiligung der JAV nimmt.

Zusammenarbeit im Alltag gestalten

Gute Zusammenarbeit entsteht nicht nur durch Gesetze, sondern durch gelebte Praxis. Du kannst viel dafür tun, dass sie funktioniert:

  • Halte regelmäßigen Kontakt zur JAV
  • Kläre frühzeitig, welche Themen anstehen
  • Binde sie rechtzeitig ein, nicht erst, wenn alles schon entschieden ist
  • Schaffe eine offene, verlässliche Kommunikation

So wird aus Beteiligung echte Zusammenarbeit.

Die JAV ist für dich eine wichtige Partnerin, mit eigenen Rechten und klarer Funktion.

Wenn du sie gut einbindest,

  • bekommst du frühzeitig wichtige Hinweise
  • stärkst du deine Arbeit als Interessenvertretung
  • und sorgst dafür, dass auch die Belange junger Beschäftigter wirksam vertreten werden

Eine gute Zusammenarbeit entsteht nicht von allein, aber sie zahlt sich jeden Tag aus.

Kurzfakten

Zielgruppen

  • Betriebsratsmitglieder
  • Personalratsmitglieder
  • Interessierte

Kategorie

Betriebsräte und Personalräte

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